1000 Jahre Tangermünde


25. Juni 2011

Fernseh-Trödel-King Roland Beuge in Tangermünde im Einsatz

Milchkannen und Nachttöpfe sind der Renner

Mit Trödel werden Träume wahr. Die Sammelleidenschaft von Christian und Armin Schulz aus Tangermünde hat das jetzt möglich gemacht. Sie verkauften mit Hilfe des Trödel-Kings aus dem WDR-Fernsehen, Roland Beuge, etliche ihrer Sammlerstücke. Mit dem Erlös finanzierten sie eine Anlage zur Likörherstellung. Für deren Besitzerin Eleonore Kithier aus der Oberpfalz ist es ein weiterer Schritt in einen neuen Lebensabschnitt.

Von Anke Hoffmeister

Wird das Geschäft gelingen? Mit einem Gefühl von Anspannung und Neugier, Erwartung und Zuversicht öffnen Christian und Armin Schulz am Sonnabendmorgen die Tore zum Neumannschen Hof. Sie sind verblüfft. Hunderte Trödel-Fans haben auf diesen Moment gewartet. Ihre Jagd beginnt. Roland Beuge - Kenner dieser Branche - kennt dieses Bild. Als Trödel-King bekannt geworden, weiß er, was wieviel wert ist und vor allem, wie die Trödel-Fans ticken. Auf dieses Wissen griffen in den vergangenen Wochen gleich zwei Familien zurück: Familie Schulz aus Tangermünde und Familie Kithier aus Weiden in der Oberpfalz. Christian und Armin Schulz betreiben in Tangermünde das Hotel Alte Brauerei. Seit 2002 führen Sohn und Vater hier Regie, sind seit 2010 Eigentümer des gesamten Komplexes. Alte Brauerei heißt das Haus schon seit seiner Eröffnung. Doch gebraut wird hier seit fast 100 Jahren nicht mehr. Das soll sich ändern. Die Schulzes haben Pläne. Sie wollen in einem ungenutzten Hofteil Bier brauen, mit Erlebnisgastronomie locken. Die Bauarbeiten dazu haben bereits begonnen.

„Plötzlich entdeckt jemand diesen uralten Toaster"

Bislang holten Vater und Sohn nicht nur mit Musikabenden Menschen in die Stadt. Sie haben auch ihr Privatmuseum „Zeitzeug am Eulenturm" eingerichtet. Wer hier eintritt, fühlt sich zurückversetzt in vergangene Zeiten, findet Dinge aus Kindheit und Jugend wieder. „Plötzlich entdeckt jemand diesen uralten Toaster aus DDR-Zeiten, und jeder hat dazu eine Geschichte: Zur Hochzeit geschenkt bekommen - 30 Jahre hat er funktioniert - darauf haben wir unser erstes Toast Hawaii gemacht - daran erinnern sich die Leute", erzählt Christian Schulz.

Die Schulzes sammeln seit 1994 all die Dinge, die das Leben in den vergangenen 200 Jahren begleiteten. „Unsere Scheune in Gladigau ist voll. Wir mussten unbedingt mal aufräumen", sagt Armin Schulz. Sein Sohn knüpfte den Kontakt zum Trödel-King Roland Beuge. Der kam, schaute sich um und erfuhr zugleich, dass Vater und Sohn Visionen haben - Erlebnisgastronomie bieten wollen.

Im Oberpfälzischen Weiden stellte Eleonore Kithier Likör her. Bis zuletzt hatte ihre Mutter mitgearbeitet. Sie ist vor zwei Jahren gestorben. „Dieses Geschäft war ihr Leben", berichtet Eleonore Kithier. Mit Tochter Tanja hatte sie das Unternehmen geleitet. Vor anderthalb Jahren schlössen sie die Fabrik. Um das Unternehmen mit dem dazugehörigen Mehrgenerationenhaus verkaufen zu können, musste aufgeräumt werden. Die Oberpfälzerin schrieb eine E-Mail an den Trödelking. Roland Beuge suchte die stillgelegte Likör-Fabrik auf. „Er hat uns gefragt, ob wir Interesse an einer solchen Anlage hätten", erinnert sich die Tangermünder Familie Schulz. Ihr „Ja" genügt dem Trödel-Kenner. Per Spedition kam die „Likör-Quelle" von Bayern nach Tangermünde. „Sonntags 8 Uhr stand ein Lkw vor dem Tor", erzählt der junge Hotel - Chef. „Die Ladung war für uns bestimmt, aber was war in den Kisten?" Christian Schulz blieb ahnungslos. Denn die Anlage wurde erst kurze Zeit später von Roland Beuge und dessen Team selbst abgeladen und in der Museumsscheune aufgebaut. Dann der Überraschungseffekt: Vor laufender Kamera dürfen Vater und Sohn das Geheimnis für sich entdecken. Sie sind beeindruckt. Doch ganz umsonst gibt es die Liköranlage nicht. 5000 Euro möchte Eleonore Kithier dafür haben. Woher nehmen? Alle verfügbaren Mittel fließen derzeit in den Brauerei-Ausbau. Der Trödel-King hat eine Idee. In der Gladigauer Scheune lagern um die 50000 Sammlerstücke. Sie sollen unter den Hammer. „Natürlich nicht alle", so Christian Schulz. Allerdings lassen Vater und Sohn dem Kenner viel Spielraum. Gemeinsam treffen sie eine Auswahl für den Trödelmarkt in Tangermünde. Spielzeug, Haushaltsgeräte, Fahrzeuge, technische Dinge, Geschirr, sogar Wäsche ist zu haben. „Als erstes waren die Milchkannen und Nachttöpfe weg", wundert sich Armin Schulz. „Oh, ein alter Brummkreisel", freut sich Annegret Schulz aus Hämerten. „Aber - aber der brummt ja gar nicht mehr", stellt sie enttäuscht fest. Direkt daneben steht eine Holzkiste mit Bilderwürfeln. „Damit lassen sich Märchenbilder zusammenlegen", . freut sie sich. Weg ist die Enttäuschung. Waltraud Stutzer aus Tangerhütte hat ein Holzauto entdeckt. Die Ladefläche lässt sich ankippen und feststellen. „Damit haben unsere Kinder früher besonders gern gespielt", erinnert sie sich. Auf einem runden Holztisch sind Hand-Kaffeemühlen aufgereiht. „Ich dachte eigentlich, die sind zu allererst weg, ebenso die Gewürzdosen aus Porzellan", wundert sich Christian Schulz. Doch die Besucher dieses Trödelmarktes tragen alte Gartenstühle im Doppelpack nach Hause, nehmen verschnörkelte Lampen oder alte Wäsche mit. Annegret Schulz hat Nippes aus weiß-blauem Porzellan entdeckt. „Für zehn Euro pack ich es Ihnen sogar ein", bietet der Trödel-King an, als er nach dem Preis gefragt wird. Der Interessent eines Wagenrades aus Holz kann sich nicht mit Roland Beuge einigen. Acht Euro möchte der haben, vier würde der junge Mann geben. Er stellt das Rad wieder zurück. Nach und nach wird das Sammelgut aus der Gladigauer Scheune immer weniger. Christian und Armin Schulz sind nur Beobachter. „Hier führt der Trödel-King Regie." Zwar hätten sie sich vorab abgesprochen, was für wieviel an den Mann oder die Frau gebracht werden könne. Doch am Ende liegt es im Ermessen des Experten, für wieviel Geld er die Dinge abgibt. Ziel sind die 5000 Euro. „Und das sieht gar nicht so schlecht aus", verrät Roland Beuge gegen Mittag. Für Vater und Sohn bleibt das allerdings bis zum Sonntag streng geheim. Derweil hat das Team um den Trödel-King eine Überraschung vorbereitet. Zeit zum Kennenlernen steht auf dem Programmplan. Eleonore Kithier und Tochter Tanja sind in Tangermünde angekommen. Davon wissen Armin und Christian Schulz aber nichts. Freundlich und zugleich überrascht ist die Begrüßung. „Ich bin die Elli", sagt die Noch-Besitzerin der Liköranlage. Und sofort wird gefachsimpelt. Fragen über Fragen haben Vater und Sohn. Mutter und Tochter sind hingegen überwältigt von den Eindrücken, wussten bis vor wenigen Minuten auch gar nicht, dass dieser Trödelmarkt veranstaltet wird, um das Geld für die Liköranlage zusammenzubekommen.

„Eine Erleichterung. Ich fange ein neues Leben an."

„Ich bin froh, dass die Anlage hier weiterarbeiten wird", sagt die Weidenerin. Und sie ist dankbar, dass Roland Beuge sich ihrer Geschichte angenommen hat. Dinge aus einem Haus, in dem fünf Generationen lebten, hat er gesichtet und jetzt größtenteils an den Mann gebracht. Der Abschied fiel Eleonore Kithier nicht immer leicht. „Doch heute ist es eine Erleichterung. Ich fange ein neues Leben an", sagt sie. Für die Hotel-Besitzer aus Tangermünde beginnt ebenfalls ein neues Kapitel. Neben der geplanten Brauerei gleich neben dem Hotel, werden sie noch viel eher mit der Herstellung von Likören beginnen. Alle Hebel sind dafür in Bewegung gesetzt. Das Geld für den Erwerb der Anlage spielte der Verkauf des Sammlergutes aus Gladigau am Sonnabend ein. Zur Tangermünder Vollmond-Nacht am 15. Juli wird noch einmal all das auf dem Museumshof angeboten, was bisher keinen neuen Besitzer fand.

 

                                                                                                    

 

                            Heute eine Rarität: luftbereifte Roller                                                 Christian (links) und Armin Schulz bewerten mit Trödel-King                                    Kaffeemühlen en gros - aber der Renner waren sie nicht.


                                                                                                                                    Roland Beuge (Mitte) Spielsachen aus DDR-Zeiten.
Fotos: Anke Hoffmeister



07. Oktober 2010 zur Zukunft des größten Saals der Stadt sind bislang unbeantwortet

Ohne Elbpark wird ein Stück Stadt fehlen

Um den Elbpark in Tangermünde kreisen derzeit viele Gerüchte. Wird es den Saal auch weiterhin geben? Können Karneval, Abiball und Jugendweihe auch in Zukunft hier gefeiert werden?
Fragen, die bisher noch unbeantwortet sind.
Von Anke Hoffmeister;
Tangermünde.

Der Name Elbpark ist weit über die Grenzen der Stadt Tangermünde hinaus bekannt. Generationen feierten und tanzten hier. Jetzt scheint es vorbei mit der Tradition. Das große Objekt mit Saal und Garten hoch über der Elbe wurde verkauft. Während es Pläne gibt, im Garten Eigentumswohnungen zu errichten, sind die Ideen des neuen Eigentümers für das Haus an der Straße und den Saal noch unbekannt. Die Situation ist für viele Tangermünder unbefriedigend. Hartmut Thomas, Vorsitzender des Tangermünder Carnevalvereins (TCV), weiß beispielsweise nicht, ob die Prunksitzungen im Februar noch im Elbpark stattfinden dürfen. Eine Zu- oder Absage hat er nicht. Klaus Nikoleit, Ehrenpräsident des TCV, ist von Beginn an mit dem Tangermünder Narrenvolk verbunden. Er erinnert sich an die ersten Veranstaltungen im Elbpark, berichtet von Sportlerbällen, Feiern zum Tag des Chemiearbeiters. Auch die Konsü und die Angler, Binnenreederei und viele andere große Betriebe der Stadt hätten hier früher gefeiert. In der jüngeren. Vergangenheit waren es die Jugendweihen und Abibälle, die hier ihren Platz fanden. „Ich habe hier praktisch meine Jugend verbracht", erinnert sich Jeannette Jachmann, vielen Tangermündern als DJ Jachi bekannt. Jeden Sonnabend war Disko, sonntags spielten hier am Nachmittag Bands. „Da war die Pausenmusik immer toll", berichtet sie. „Schon als Kind habe ich hier auf der Bühne gestanden", werden Erinnerungen wach. „Gibt es den Elbpark nicht mehr, dann fehlt einfach ein Stück Tangermünde", bringt sie es auf den Punkt. Zu DDR-Zeiten war jeder froh, wenn er es geschafft hatte, sich am Einlass vorbei in den Elbpark zu drängeln. Lange Schlangen, ewiges Warten seien normal gewesen. „Es ging nur schubweise vorwärts und wenn man drin war, dann konnte man an manchen Stellen die Füße vom Boden nehmen und fiel trotzdem nicht runter", beschreibt Jeannette Jachmann die längst vergangenen Zeiten. „Was für die Tangermünder der Elbpark war, das war für die Stendaler der Waldfrieden." Sechs Jahre lang machte DJ Jachi im Elbpark Musik. „Hier als DJ einen Termin zu bekommen, war das Größte", sagt sie. Mitte der 90er Jahre wandelte sich das Bild. Andere Diskotheken öffneten ihre Türen, die Jugend wurde mobiler, im Elbpark wurde es leerer. Erst mit den Hip-Hop-Partys kam wieder Schwung in das Haus an der Hünerdorfer Straße. „Da war der Saal wieder voll", berichtet die Tangermünderin. Generationen haben auf dem Parkett des Elbpark getanzt, Zeit zum Entspannen im großen Garten mit Blick auf die Elbe gefunden. Ob der Saal mit jeder Menge Charme aus DDR-Zeiten nun endgültig ausgedient hat und abgerissen wird, ist ungewiss. Fest steht: Es gibt einige Menschen, die dagegen mobilmachen möchten.

 



Der Elbpark in der Hünerdorfer Straße.
Ein großes Objekt mit Saal und wunderschönem Garten hoch über der Elbe, das jetzt vor Veränderungen steht.





18. September 2010
Exempel-Schlafstuben - Das ganz andere Hotel
Von Anke Hoffmeister; Tangermünde

Die Kaiser- und Hansestadt Tangermünde ist um eine Attraktion reicher. Die Exempel-Schlafstuben mit einem Cafe im Erdgeschoss und einem integrierten Geschäft - dem artificium - sind hier in den vergangenen zwei Jahren entstanden. Direkt im Herzen der mittelalterlichen Stadt, am Fuße der St. Stephanskirche, steht für Touristen und Einheimische ein weiteres Schmuckstück. Die Erlebenswert GbR, dahinter stehen Tiemo und Stine Schönwald, haben dieses unverwechselbare Projekt in die Tat umgesetzt. An einem Standort von Tangermünde, an dem vor wenigen Monaten noch ein baufälliges und sehr windschiefes Fachwerkhaus stand, ist in den vergangenen zwei Jahren ein Hotel entstanden, in dem 18 Zimmer ihren Platz gefunden haben. Doch nicht ganz normale oder gar hypermoderne Zimmer. In den Exempel-Schlafstuben kommen all jene Gäste auf ihre Kosten, die das Besondere, das Einmalige beziehungsweise Unverwechselbare suchen. Wer hier eincheckt, der begibt sich auf eine Zeitreise in die Geschichte der Stadt. Denn jedes Zimmer ist einer Person gewidmet, die eng mit Tangermünde verbunden war. Grete Minde, Käptn Kolle, Fontane, die Jungfrau Lorenz, Kaiser Karl IV., Prinzessin Feodora und einige andere standen Pate, als Tiemo Schönwald seine Pläne für die Schlafstuben schmiedete. Und jedes Hotelzimmer ist deshalb ein Erlebnis für sich. Mal geht es durch den Kleiderschrank ins Bad. An anderer Stelle ist die Toilette zu einem Holzthron verwandelt worden. Badezuber stehen für ein Bad bereit. Sogar auf Feldbetten darf geschlafen werden. Im Reich der Feodora sind die Badfliesen gelb wie die Verpackung der gleichnamigen Schokolade und haben sogar deren Schriftzug. Ein Hirsch steht im Appartement der Jungfrau Lorenz. Hin und wieder ist sogar die freistehende Badewanne Teil des Hotelzimmers. Mit viel Liebe zum Detail; und einem unglaublichen Einfallsreichtum ist auf dem Grundstück Lange Straße/ Kirchstraße ein Hotel entstanden, das erlebenswert ist - von innen wie von außen. Holz, Backstein, Glas und Beton sind bei diesem Projekt miteinander kombiniert werden, Historisches mit Modernem zu einer Einheit verschmolzen. Die Erlebenswert GbR betreibt künftig 38 Hotelzimmer. Denn neben den 18 Schlafstuben werden seit einigen Monaten auch die Zimmer der Altstadtpension, schräg gegenüber der Exempel-Gaststuben und -Schlafstuben, von diesem Unternehmen betrieben. In den nächsten Tagen und Wochen werden die neuen Hotelzimmer ihren letzten Schliff erhalten und an bereits wartende Hotelgäste vergeben werden. Schon in Betrieb sind seit wenigen Tagen das Cafe im Erdgeschoss des neuen Hauses und das artificium - ein Geschäft, mit dem vor Jahren an diesem Standort alles begann. Ramona Schönwald hatte es in dem schiefen Fachwerkhaus eröffnet, darin Holzspielzeug, Spiele, Holzartikel, Dekorationsideen und jede Menge außergewöhnliche Dinge für Kunden zusammengestellt. Jetzt ist das aritificium wieder an der selben Stelle zu finden -mit den gleichen Produkten im neuen Ambiente und ab sofort auch mit dem Angebot an aktueller Mode. Wer nach einem besonderen Geschenk Ausschau hält, ist hier nach wie vor an der richtigen Adresse. Das Cafe - für das es bislang noch keinen Namen gibt - ist direkt durch das artificium oder auch über den gläsernen Eckeingang zu erreichen. Holzfliesen am Boden, Holzsäulen und Glas im Eingangsbereich, stützende Pfeiler im Raum aus Beton mit Holz oder Lampen verkleidet sowie Stühle und Tische mit außergewöhnlichen Beinen sind nur einige Details, die an dieser Stelle sehens- und erlebenswert sind. Hell und freundlich, dabei doch gemütlich und völlig anders als alle bisher in der Stadt gebotene Gastronomie präsentiert sich dieses Cafe. Und: Wie in den Exempel-Gaststuben und der Zecherei St. Nikolai am Neustädter Tor gibt es auch hier das Tangermünder Kuhschwanzbier - ein Produkt des Schönwald-Unternehmens.



12. Juli 2010
Meyer-Nachfahre Klaus Hoffmann schenkt der Stadt ein Buch aus dem Jahr 1729


"300 Jahre Geschichte der Stadt sind nun in den besten Händen"
Grund zum Feiern gab es am Freitag in Tangermünde. An diesem Tag feierte Klaus Hoffmann, Nachkomme der Familie Meyer, die einst die Zuckerraffinerie in Tangermünde betrieb, seinen 75. Geburtstag. Zu seinem Jubiläum übergab er an die Stadt das Buch „Antiquitates Tangermundenses". Es wurde im Jahr 1729 gedruckt und stammt aus dem Bücherregal seiner Mutter. Sigrid Brückner, Leiterin des Stadtarchivs, nahm das Buch dankend entgegen.
Von Dirk Andres

Tangermünde. „Der Wurm ist raus", sagte Klaus Hoffmann am Freitag auf der Störtebeker. In der Hand hielt er ein Buch aus dem Jahr 1729. „Das habe ich aus dem Bücherschrank meiner Mutter. Jedes Mal, wenn wir sie besucht haben, durften wir uns ein Buch mitnehmen. Nun steht es schon fast 20 Jahre bei mir, doch ich denke, in Tangermünde ist es besser aufgehoben", sagte der Jubilar. An seinem 75. Geburtstag machte sich Klaus Hoffmann damit selbst ein Geschenk. Sigrid Brückner, Leiterin des Stadtarchivs, freute sich sehr über diese Schenkung und blätterte zusammen mit Hoffmann in „Antiquitates Tangermundenses". Dabei entdeckten die beiden handschriftliche Notizen, die es nun zu entziffern gilt.

Brückner legt Buch dem Restaurator vor

 „Ich habe ein ähnliches Buch aus dem Jahr 1726, doch dieses enthält noch einige neue Details und ist eine wichtige Grundlage für die Geschichtsforschung", sagte Brückner. So enthält das Buch ein Kapitel von Kaspar Helmreich. Er war einst Bürgermeister der Stadt und hat das Thema Grete Minde grundlegend beleuchtet. Ein weiterer Teil des Buches wurde von Andreas Rittner verfasst und handelt vom 30-jährigen Krieg. Im dritten Kapitel werden Denkwürdigkeiten von Küster beschrieben. „Über 300 Jahre Geschichte der Stadt sind nun in den besten Händen", sagte Hoffmann. „Ich werde es recht bald dem Restaurator vorlegen und wir werden den Signierungen auf den Grund gehen", versicherte Brückner. Klaus Hoffmann war zufrieden, sein Geschenk hat die richtige Adresse gefunden und er konnte mit Freunden seinen Geburtstag auf dem Schiff Störtebeker feiern. Er kehrt gern in die Stadt seiner Kindheit zurück. Schlechte Erinnerungen bis an das Ende des Krieges hat Hoffmann nicht. „Wir hatten ein unbeschwertes Leben hier", sagte er. Bis heute kann er jedoch nicht verstehen, warum seine Eltern im Jahr 1948 die Stadt verlassen mussten. „Sie hatten doch nichts  Unrechtes getan", sagte er. Doch das neue Regime war da anderer Meinung. „Meine Eltern durften hier nicht mehr sein, weil meine Mutter eine Meyer war", erzählte der 75-Jährige. So gingen sie 1948 über die grüne Grenze in den Westen. Nach Hamburg ging es weiter nach Dortmund. Dort gingen Klaus Hoffmann und seine Geschwister zur Schule. Nach seinem Architekturstudium zog Hoffmann noch mehrmals um: Seit 36 Jahren ist er jedoch in Ludwigsburg bei Stuttgart zu Hause.

Fabrikchefs Meyer müssen hinter Gitter

 Wesentlich schlechter erging es seinen beiden Onkeln Friedrich-Theodor und Walter. „Als die Briten 1945 die Stadt vor dem Einmarsch der Russen verlassen wollten, boten sie beiden an, sie mitzunehmen. Doch meine Onkel wollten ihr Familienerbe nicht aufgeben", erzählte Hoffmann. Leider sollten die Briten recht behalten. Die neue Besatzungsmacht sperrte die Fabrikbesitzer ein. „Walter starb, Friedrich-Theodor wurde jedoch nach drei Jahren entlassen. Schließlich war ihm nichts vorzuwerfen", so der Jubilar. Natürlich hätten auch in der Tangermünder Fabrik Fremdarbeiter gearbeitet, doch die Firmeneigner hätten keine Wahl gehabt. „Hätten sie sich geweigert, wären sie auch ins KZ gekommen", sagte Hoffmann. Auch wenn es Arbeiter aus anderen Ländern waren, behandelt wurden sie nach Auffassung von Hoffmann genauso wie jeder andere Arbeiter auch. Nach der Entlassung im Jahr 1948 kam der Meyer-Nachfahre nur bis Fischbeck und rief bei den Hoffmanns in Tangermünde an. „Komm bloß nicht hier her, hat mein Vater zu ihm gesagt", erzählte Klaus Hoffmann. Friedrich-Theodor Meyer folgte diesem Rat und ging nach Hamburg. Dort baute er die Feodora wieder auf. Dass die Marke so bezeichnet werden durfte, ist einem Abkommen mit Kaiser Friedrich III. geschuldet. Seine Enkelin von Sachsen-Meiningen (1879-1945) und Urenkelin von Königin Victoria trug diesen Namen. Mit dem Wiederaufbau wurde zumindest der Name, den die Zuckerraffinerie in Tangermünde hervorgebracht hat, erhalten. Im Jahr 1826 begann die Geschichte des Familienunternehmens mit der Gründung der Zuckersiederei von Friedrich Theodor. Das Unternehmen expandierte und verarbeitete seit 1849 auch Rübenzucker. Im Jahr 1876 wurde eine neue Fabrik erbaut. Fünf Jahre später brannte sie wegen technischer Mängel nieder und wurde schon ein Jahr später wiedereröffnet. Im Jahr 1900 standen 1256 Männer und 354 Frauen in Lohn und Brot. 1903 kam eine Obstkonservenfabrik hinzu und ein Jahr später die bekannte Schokoladenfabrik. Auch wenn es heute keine Fabrik mehr in Tangermünde gibt, die Zuckerraffinerie Tangermünde ist bis heute am Markt tätig und kümmert sich beispielsweise um den Vertrieb von „Fisherman's Friend". Feodora gehört seit sechs Jahren zu Hachez aus Bremen.

 

Foto: Dirk Andres

 

Sigrid Brückner blättert mit Klaus und Ursula Hoffmann in dem Buch „Antiquitates Tangermundenses".

Das Werk stammt aus dem Jahr 1729 und wurde am Freitag zum 75. Geburtstag von Klaus Hoffmann an die Stadt übergeben.


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19. März 2010

Ingrid Berger holte zehn Jahre lang Maler, Fotografen und andere Künstler in die Stadt, Grete Minde wurde zu ihrem größten Projekt

Ein Jahrzehnt im Ehrenamt für die Kunst

Zehn Jahre leitete Ingrid Berger den Museumsverein Tangermünde. Ein Jahrzehnt hat sie Künstler aus allen Teilen Deutschlands mit der Stadt und die Stadt mit ihnen vertraut gemacht. Ihrer Vorliebe für die Kunst hat sie damit ein Gesicht gegeben, hat die Stadt bereichert und dazu beigetragen, dass viele, die noch nie zuvor von ihr gehört oder gelesen hatten, das Kleinod an der Elbe für sich entdeckten.

Von Anke Hoffmeister Tangermünde.

 

Maler, Grafiker, Fotografen, Textilgestalter haben in den vergangenen zehn Jahren Tangermünde für sich erobert. „Schuld" daran war recht oft Ingrid Berger. Als Leiterin des Museumsvereins hatte sie es sich auf die Fahnen geschrieben, ihre Heimatstadt mit Kunst zu beleben. Und das ist ihr rückblickend überaus gut gelungen. „Die Bürger und Gäste sollten ein Ziel haben", beschreibt die Seniorin heute ihre Idee, mit der sie Ende der 1990er Jahre die Fäden im Verein in ihre Hände genommen hatte. Künstler und mit ihnen deren Freunde und Bekannte sollten ihrer Meinung nach Tangermünde kennenlernen. Die Elbestädter selbst durften mit Werken verschiedener Kunstrichtungen Bekanntschaft schließen.

„Was Gerhard Faller-Walzer macht, das mag ich"

Dass die Tangermünderin dabei nicht immer bei all ihren Mitmenschen auf Jubelrufe stieß, ist ihr bewusst. „Bei dem einen oder anderen Künstler haben sie schon die Arme hochgerissen. Doch da mussten sie durch", erzählt Ingrid Berger. Zehn Jahre Vereinsleitung haben zehn dicke Aktenordner hinterlassen. Schlägt Ingrid Berger einen davon auf, so scheint es, als stünde sie mitten in dem Jahr, das in Schrift- und Bildform vor ihr liegt. Die Reihe der Künstler aus dem Jahre 2004 beispielsweise weckt Erinnerungen an heimische Kunst von Gerhard Faller-Walzer aus dem

benachbarten Wust. „Was er macht, das mag ich gern", sagt sie ohne zu zögern. Deshalb sei sie im Sommer auch oft Gast im Dorf und schaue sich Ausstellungen im Speicher an.

Ihr Blick fällt auf weitere Künstlernamen. „Damals hatten wir eine Fotografin hier, die hat einem die Hölle heiß gemacht", beginnt die Tangermünderin zu plaudern. Es sind eben nicht alle monatlich wechselnden Ausstellungen in der Salzkirche mit guten Erinnerungen verbunden. Seit dem Jahre 2000 belebt der Museumsverein die in den 1990er Jahren sanierte Salzkirche mit Kunst und Kultur. Irgendwann hatte Ingrid Berger in der Stadtverwaltung gefragt, ob es möglich wäre. Seitdem ist

das nach den Worten der ehemaligen Vereinsvorsitzenden der Kunst- und Kulturtempel der Stadt.

Ihr Verdienst war es, dass oft bis zu zwei Jahre im Voraus die Ausstellungstermine vergeben waren. „Entweder haben die Künstler mich gefragt oder ich habe sie irgendwo entdeckt", berichtet Ingrid Berger. Um Kunst zu erleben, reiste und reist die heute 73-Jährige gern durch das Land. Bis nach Magdeburg, Berlin, sogar nach Hannover fährt sie, um Neues für sich zu entdecken, fuhr sie, um Ausstellungen möglich zu machen. Schaut Ingrid Berger auf zehn Jahre Vereinsvorsitz zurück, so ist sie einerseits stolz über die viele Kunst, die sie nach Tangermünde holte, andererseits aber frustriert darüber, mit wie wenig Achtung den Kunstschaffenden heute gegenüber getreten wird. „Für mich war es stets blamabel, wenn die Künstler bei uns nichts verkauft hatten. Und für sie war es natürlich ärgerlich. Das ist heute eine sehr missliche Lage." Es werde immer schwieriger, Kunst an den Mann zu bringen. Das sei ein Fakt, der die Arbeit mit denen, die sie ausstellen wollen, nicht gerade einfach mache. Dass sie in all den Jahren nichts unversucht ließ, auch einmal ganz Große nach Tangermünde zu holen, verschweigt Ingrid Berger nicht. In einem Anflug von „Größenwahn", sagt sie, hätte sie versucht, Kunstwerke des Schauspielers Armin Müller-Stahl in die Stadt zu holen. „Die sind doch sowieso nur in einem Depot weggeschlossen. Weshalb sollte es also nicht möglich sein, sie bei uns zu zeigen", erzählt sie von ihrer Idee. Allerdings sahen das die Verwalter dieser Arbeiten ein wenig anders. Mit viel Geld wäre es möglich gewesen, Müller-Stahl in der Salzkirche zu zeigen. Aus der Vereinskasse nicht bezahlbar, aus der Stadtkasse auch nicht. Doch nicht nur Kunst in der Salzkirche, auch Geschichte der Stadt war und ist Thema im Museumsverein. „Bei den Burgfesten sind wir immer in unseren historischen Gewändern rumgetobt", nennt sie eine weitere Seite ihrer zehnjährigen Arbeit. Außerdem hätte sie mit die Museumsnacht ins Leben gerufen. „Ich hatte gedacht, wir müssten die Museen der Stadt bekannter machen, Menschen zu uns locken", sagt sie. Kirchengeschichte, Schifffahrt, Stadtgeschichte, Literatur und vieles mehr stand deshalb in den vergangenen Jahr jeweils an einem Nachmittag bis Mitternacht im Mittelpunkt einer Aktionsnacht.

„Eine solche Aktion würde ich nie wieder machen"

Großen Verdienst hat Ingrid Berger um die Figur der Grete Minde. „Ich kann nicht verstehen, dass es 400 Jahre gedauert hat, bis man ihr endlich ein Denkmal gesetzt hat", bemerkt sie kopfschüttelnd. „Allerdings würde ich eine solche Aktion auch kein zweites Mal machen wollen." Jahre der Sponsorensuche, des Bittstellens liegen hinter ihr. Über das Ergebnis ist sie sichtlich erfreut. Zur Arbeit des Künstlers sagt sie: „Es ist schön, dass Lutz Gaede so eine natürliche Figur geschaffen hat."

Heute ist die 73-Jährige nach wie vor Vereinsmitglied. Doch um Ausstellungen und andere Dinge kümmert sie sich nicht mehr. Stattdessen taucht sie selbst ein in die Welt der Malerei - einmal in der Woche bei einem Malkurs mit Michael Student in den Räumen der Arbeiterwohlfahrt.

 

Grete Minde

Vor einem Jahr, am Sonntag, 20. März, lüftete Ingrid Berger das Geheimnis und gab den Blick frei auf das Denkmal der Grete Minde - eine Figur, um die sie mit dem Verein lange gekämpft hatte. Foto: Hoffmeister




05.09.2009

St. Stephansgemeinde verkauft Immobilie in der Schlossfreiheit und will künftig das Christophorushaus nutzen

Gemeindehaus der Kirche wird jetzt zur Dependance des Schloss-Hotels

Das Gemeindehaus der evangelischen Kirchengemeinde St. Stephan in der Schlossfreiheit 2 ist verkauft. Seit dem 1. September ist es nicht mehr Teil des Kirchenvermögens. Melanie Busse, Inhaberin des Hotels Schloss Tangermünde, hat es erworben und wird es in den nächsten Monaten nach ihren Plänen um- und ausbauen.

Von Anke Hoffmeister Tangermünde

Eine Ära geht zu Ende", sagt Pfarrer Jürgen Weinert. Er meint damit die Zeit, in der die evangelische Kirchengemeinde der Stadt das Haus in der Schlossfreiheit 2 für ihre Zwecke nutzte. Viele Jahrzehnte diente es den Christen als Ort, an dem im Winter Gottesdienste gefeiert wurden, an dem Chor- und Kantoreiproben stattfanden, sich der Bibel-, Frauengesprächs- und Frauenhilfskreis trafen, die Junge Gemeinde regelmäßig zusammenkam. Konfirmanden wurden hier unterrichtet. Christenlehre fand in diesem Haus statt.
Gasthof bis 1931
Die Ära der Kirche im Haus Schlossfreiheit 2 begann im Jahre 1931. Am 18. Mai jenen Jahres unterzeichneten im Auftrag der Kirchengemeinde St. Stephan Superintendent Paul Kegel, Landwirt Otto Sprecher und Ernst Hohenstein vor dem Notar Dr. Walter einen Kaufvertrag mit Gastwirt Max Eggert. Dieser hatte das Haus bis zu jenem Zeitpunkt als „Gasthof zur Königin Luise" betrieben. Für 42 000 Goldmark (eine Goldmark war zu jenem Zeitpunkt so viel wert wie ein 2790-stel Kilogramm Gold) kaufte die Kirche das Objekt. Im Kaufvertrag wurde 1931 unter anderem festgehalten, dass „die sogenannte Biervergabeordnung der Hansa Brauerei AG Stendal nicht von der Käuferin übernommen wird, auch nicht hinsichtlich der alkoholfreien Getränke". Den Namen der Königin Luise trug die Gastwirtschaft, weil die Königin im Jahre 1806 nach der verlorenen Schlacht bei Jena und Auerstedt auf der Flucht war und am 17. Oktober 1806 in genau diesem Haus übernachtet hatte. Noch heute erinnert eine Tafel an der Fassade des Hauses an dieses Ereignis. Der Entschluss zum Verkauf dieses Hauses wurde in der Tangermünder Kirchengemeinde bereits vor Jahren gefasst. Der Grund war eine Auflage des Kirchenkreises, in der die Gemeinde dazu aufgefordert wurde, sich von einer Immobilie zu trennen. Da lag es nahe, sich vom Gemeindehaus in der Schlossfreiheit zu verabschieden. Denn das gegebene Gebäudeensemble auf dem Pfarrhof bietet im Prinzip alles, was die Christen der Stadt brauchen, um effektiv arbeiten zu können - Kirche, Pfarrhaus und Christophorushaus. Wobei sich das zuletzt Genannte in einem sehr maroden Zustand befindet. 1609 wird das Christophorushaus -erstmals in den Archiven der Stadt erwähnt. Es wurde als Stadtschule gebaut. Bis 1938 fand darin Unterricht statt - im 17. Jahrhundert für Gelehrte, im 18. und 19. Jahrhundert für Stadtbürger, zuletzt nur noch für Christenlehreschüler. Den Namen Christophorus erhielt es erst 1950/1951.
Pfarrhof wird Zentrum
Nach den Vorstellungen des Gemeindekirchenrates soll dieses Haus künftig als Gemeindezentrum dienen. Pläne zum Um- und Ausbau gibt es bereits. Sie wurden von Studenten öffentlich vorgestellt. Wann mit der Umsetzung des Projektes begonnen wird, steht noch nicht fest. Deshalb muss die Gemeinde eine Zwischenlösung finden, eine Lösung, die den Gottesdienstbesuchern im Winter Platz bietet, den Kreisen und Gruppen Raum gibt. Dazu werden Gespräche mit der Stadt geführt. Eine Idee der Christen geht dahin, die Salzkirche im Winter für Gottesdienste zu nutzen. Der Stadtrat muss dem zustimmen. Zum 1. September haben die Umbauarbeiten in der Schlossfreiheit 2 begonnen. Melanie Busse gibt lediglich die Auskunft, das Haus künftig für Hotelzwecke nutzen zu wollen. Im Brief der St. Stephansgemeinde ist zu lesen, dass hier ein Tagungszentrum geschaffen werden soll.

Max Eggert verkaufte den Gasthof (li) an die Kirche, jetzt hat das Haus wieder seinen Besitzer gewechselt. Fotos (2): privat

 


05.09.2009

Pünktlich zum Burgfest

Ersttagsbrief zu 1000 Jahre Tangermünde

Tangermünde (aho). Die Festwoche anlässlich des 1000-jährigen Bestehens der Burg Tangermünde beginnt diesen Sonntag mit dem Eröffnungskonzert „Classic meets Pop" ab 17 Uhr am Bleichenberg. Pünktlich zum Burgfest eine Woche später ist jetzt ein Ersttagsbrief erschienen. Auf Anregung der Biberpost hat ihn die Kreissparkasse Stendal entworfen. Die Bilder dafür lieferte der Tangermünder Fotograf Sören Hoffmeister. Auf dem Ersttagsbrief ist eine Panorama-Ansicht der mittelalterlichen Stadt von der Elbseite aus abgebildet. Der Ersttagsbrief wurde in einer Auflage von 800 Stück gefertigt. Verkauft werden diese am 12. und 13. September vor der Tangermünder Sparkasse. Zu haben ist die Sonderausgabe für 2,50 Euro. Wer einen Ersttagsbrief erwirbt, bekommt ihn abgestempelt. Eine Biberpostmarke mit dem Rathaus-Motiv ist zudem für 45 Cent erhältlich.

So sieht er aus, der Ersttagsbrief zur 1000-Jahr-Feier der Tangermünder Burg. Biberpost und die Kreissparkasse Stendal haben ihn entworfen und mit Motiven des Tangermünder Fotografen Sören Hoffmeister gestaltet. Foto: Volksstimme




27. August 2009

1000 Jahre Tangermünde 1933 und heute

Fundierte Festschrift kontra Heimatbuch

Anlässlich der 1000-Jahr-Feier hat Tangermünde zu Beginn des Jahres eine Festschrift herausgegeben. Dieses Werk gibt einen umfassenden und informativen Einblick in das vergangene Jahrtausend der Stadt. Doch schon einmal, nämlich 1933, wurde hier das 1000-Jährige gefeiert, gibt es auch aus dieser Zeit ein Buch. Es nennt sich „Heimatbuch zur Tausendjahrfeier", herausgegeben vom Magistrat der Stadt.

Von Anke Hoffmeister Tangermünde

Ein Gemälde von Clara Zahn, das Tangermünde um 1910 zeigt, bildet den Umschlag der Festschrift zum 1000-Jährigen der Burg Tangermünde, herausgegeben von der Stadt Tangermünde, erarbeitet von Museen- und Archivleiterin Sigrid Brückner. Viele Monate im Voraus hatte sich die Historikerin mit der Idee der Festschrift begonnen auseinanderzusetzen. Autoren mussten gewonnen, Bildmaterial und jede Menge Zuarbeiter gefunden worden.

Dass sich der Aufwand gelohnt hat, ist heute, acht Monate nach Herausgabe, sichtbar. Die erste Auflage von 3000 Stück ist fast vergriffen. „Wir werden demnächst eine zweite Auflage bestellen müssen", so Sigrid Brückner. Eine Anlehnung an das Heimatbuch von vor 76 Jahren ist die mehr als 500 Seiten umfassende Festschrift überhaupt nicht. Während sie von Beginn an mit wissenschaftlich fundierten Fakten, mit Fotos und überlieferten Zeitdokumenten ein vielseitiges Bild über die Entwicklung der Stadt zeichnet, ist das kleine Handbuch von 1933 ein Festbuch, so wie es auf seinen ersten Seiten geschrieben steht: Es zeichnet Heimatbilder, die von Tangermünder Heimatfreunden aufgeschrieben wurden. Mehr als 80 Seiten umfasst das Büchlein von 1933. Die Titelseite gestaltete der damalige Museumsleiter Wilhelm Mehl. Er zeichnete das älteste erhaltene Stadtsiegel von Tangermünde aus dem Jahre 1300. Der Stich von Merlan ist ebenfalls Teil der Veröffentlichung. Fritz Bothe schrieb das Geleitwort. Außerdem zeigt das Heimatbuch das Tangermünder-Lied, gedichtet von Albin Günther, vertont von Fritz Bothe. Wilhelm Mehl befasst sich in diesem Buch mit Kaiser Karl IV., dem Neustädter Tor, mit Ausgrabungsarbeiten, der Elbe und stellt aktuelle Bilder der Stadt aus dem Jahre 1933 dazu. August Schulze und Luise Mewis veröffentlichen Gedichte darin. Fritz Bothe schreibt über das Tangermünder Plattdeutsch. Auf fünf Seiten nimmt er Abschied von der Fähre. Sie wird im Zuge der Brückeneröffnung 1933 nicht mehr benötigt. „Es geht viel gemütvolles, urwüchsiges Tangermündertum verloren, wenn die Fähre verschwunden ist..,", schreibt er. Wilhelm Däther berichtet in dem „Heimatbuch zur Tausendjahrfeier" über die Gründung Tangermündes, das alte Tangermünde, den Elbübergang und die heimische Großindustrie. Auf drei Seiten versucht Däther ohne Erfolg, der Tausendjahrfeier 1933 einen historischen Bezug zu liefern. Bereits im ersten Abschnitt stellt er selbst fest: „Das Jahr, da sie (die Burg), das Licht dieser wunderlichen Welt erblickte ... vermag sie durch Pergamente nicht darzutun. " Zum Ende hin schreibt er: „Kann unsere Jubilarin auch nicht mit einwandfreien Attesten sich legitimieren ..., so sind doch hundert Jahre für sie wie ein Tag, und der Widerschein vom Glanz einer tausendjährigen Vergangenheit umleuchtet sie in diesen Festtagen."

 

1933                2009






10. Juni 2009



102 Jahre erfülltes Leben

Hermann Zwinger ist am Sonntag verstorben

Tangermünde (aho). Hermann Zwinger, der älteste Tangermünder, ist am Sonntag im Alter von 102 Jahren verstorben. Er saß auf seinem Sofa, war dort friedlich eingeschlafen.

Seit 31 Jahren lebte Familie Gromeyer mit ihm unter einem Dach. „Er war wie unser Opa", sagt Udo Gromeyer. Doch im Prinzip führte der kleine Mann bis zuletzt ein selbständiges Leben in seiner Wohnung unterm Dach. Das war sein Reich, in dem er seit vielen Jahrzehnten Bilder gemalt hatte, in dem er wohnte und den Lebensabend

genoss. Hermann Zwinger war kein Stubenhocker. Bis vor wenigen Jahren besuchte er regelmäßig die Nachmittage der Volkssolidarität, ging mit auf Reisen. Im vergangenen Jahr saß er sogar zum ersten Mal in seinem Leben auf einem Zirkuselefanten. Bei bester Laune und immer zu Scherzen aufgelegt hatte der 102-Jährige Ende März Bürgermeister Dr. Rudolf Opitz zu seinem Geburtstag empfangen. Für Zwinger immer ein willkommener Anlass, um seine Bilder aus der Kammer zu holen und den Gästen zu zeigen. Viele Tangermünder Motive hatte er mit Pinsel und Farbe \ auf Karton verewigt. „Es kann auch mal 'ne nackte Frau sein", sagte er noch im März mit einem schelmischen

Lächeln. Im Januar war Hermann Zwinger Ehrengast beim Neujahrsempfang der Stadt gewesen. Dort hatte er sich unter anderem mit Wirtschaftsminister Haseloff  unterhalten.

Nicht nur Familie Gromeyer wird ihren „Opa" vermissen. In jüngster Vergangenheit war Zwinger auch für die jungen Stadtführer ein wichtiger Partner geworden, hatte aus dem

alten Tangermünde und über seine Kriegserlebnisse berichtet.


 



23. März 2009

An ihrem 390. Todestag setzt Tangermünde der Frau ein Denkmal, die für den Stadtbrand 1617 verantwortlich gemacht wurde

Lutz Gaede gibt Grete Minde ein Gesicht

Hunderte Menschen verfolgten gestern Nachmittag am historischen Rathaus von Tangermünde die Enthüllung der Grete Minde. Der Frau, die vor 400 Jahren in der Stadt lebte, für den Stadtbrand von1617 verantwortlich gemacht und dafür verbrannt wurde, ist jetzt ein lebensgroßes Denkmal gesetzt worden. Künstler Lutz Gaede schuf es.
Von Anke Hoffmeister 
Tangermünde.
Grete Minde hat ein Gesicht bekommen. „400Jahre hat es gedauert", sagt Ingrid Berger. Die Vorsitzende des Museumsvereins ist es am Sonntagnachmittag, die die unter einem braunen Tuch versteckte Bronze-Plastik vor den Augen hunderter Menschen enthüllt.

 

Sie schreiten zur Tat und enthüllen Grete Minde:(v.r.) Dr. Rudolf Opitz, Künstler Lutz Gaede und Ingrid Berger

 

Jahrhunderte schuldig

Damit hat die Frau, die auf den Tag genau vor 390 Jahren in der Stadt hingerichtet wurde, ein Denkmal gesetzt bekommen. Grete Minde, so hieß es lange Zeit, soll für den großen Stadtbrand 1617 verantwortlich gewesen sein. Mehr als zwei Jahrhunderte glaubten die Tangermünder, die gerechte Strafe für eine schwere Schuld verhängt zu haben. Auch Theodor Fontane, der 1879 seine Novelle „Grete Minde" schrieb, ging von ihrer Schuld aus. Erst 1883 räumte der Historiker und Jurist Ludolf Parisius in seinen „Bildern aus der Altmark" damit auf: Er nahm sich als erster seit zwei Jahrhunderten die Prozessakten vor und entdeckte die Widersprüche, die auf die Unschuld der Grete schließen lassen. Mit der Grete-Minde-Plastik ist nicht nur ein langgehegter Traum der Mitglieder des Museumsvereins in Erfüllung gegangen. Auch der Uchtspringer Künstler Lutz Gaede steht am Sonntag neben seinem Werk und ist zufrieden mit dem Ergebnis. Bereit 1996 hatte er sich erstmals intensiv mit der Geschichte der Grete Minde beschäftigt. „Ich habe versucht, etwas über ihr Äußeren herauszufinden und stellte fest, dass es keine authentischen Abbildungen von Grete Minde gibt", erinnerte sich Gaede in einem früheren Gespräch. „Ursprünglich wollte ich die Grete-Minde-Geschichte illustrieren, später eventuell eine Plastik von ihr schaffen", berichtete Gaede damals weiter. Das wusste der Museumsverein und setzte sich mit ihm vor wenigen Jahren in Verbindung. Seit Herbst vergangenen Jahres arbeitete Gaede an der lebengroßen Figur. Zunächst entstand ein 1:1-Modell aus Ton und Gips. Das war die Grundlage für den Guss. In Berlin wurde Grete Minde als Bronzeguss „geboren". Ein lebendiges Vorbild, so verrät Gaede am Sonntag, habe es nicht gegeben. Die junge Frau sei ganz und gar ein Produkt seiner Fantasie - schön, zierlich, in Ketten gelegt und mit traurigem Gesichtsausdruck. „Ich finde sie wunderschön", sagt eine ältere Tangermünderin und tritt dicht an die Plastik heran. Viele tun das in den ersten Minuten nach ihrer Enthüllung. Lutz Gaede ermuntert die Besucher dazu, beantwortet Fragen. Immer wieder werden die Hände der Frau aus Bronze berührt. „Sicher hat sie bald glänzende Fingerspitzen", vermutet Christel Bredefeldt. Dann sagt die Tangermünderin: „Eigentlich hätte man ihr heute einen Blumenstrauß in die Hände legen können". Dr. Elke Stolze vom Verein Frauen-Orte Sachsen-Anhalt eröffnet am Sonntag die Veranstaltung am Historischen Rathaus. Denn auch Tangermünde ist aufgrund der Geschichte Grete Mindes ein solcher Ort. Vor Jahren war der Verein mit einer Wanderausstellung in der Salzkirche präsent, zeigte Frauen aus verschiedenen Jahrhunderten und deren Erfolge.
7000-Euro-Spende
Bürgermeister Dr. Rudolf Opitz dankte während seiner Grußworte den vielen Spendern, die die Umsetzung der Idee einer Grete-Minde-Plastik möglich gemacht hatten. Mehr als 20 000 Euro hat sie gekostet. Zuletzt hatte sich die Stadt bereit erklärt, die noch fehlende Summe aus dem Haushalt dazuzugeben. Seit gestern sind es 7000 Euro weniger. Ingo Freidel von der Volksbank Stendal überbrachte dem Bürgermeister einen Zuwendungsbescheid von der Stiftung der Volksbanken und Raiffeisenbanken in Norddeutschland über diesen Beitrag.



11. Februar 2009

Große Nachfrage nach Tangermünde-Buch

Tausend Jahre auf 500 Seiten

Über zwei Jahre arbeitete Sigrid Brückner an den Buch „Tangermünde: 1000 Jahre Geschichte". Pünktlich zum Beginn des Jubiläumsjahres war es fertig und ist seit dem 4. Januar im Handel zu erwerben. Seitdem sind schon 1200 Bücher an den Mann beziehungsweise die Frau gebracht worden.

Von Sebastian Siebert

Tangermünde. Als Leiterin des Archivs und der städtischen Museen von Tangermünde war Sigrid Brückner prädestiniert dazu, das Buch über Tangermünde herauszugeben. Nicht nur, dass sie selbst zwei Kapitel zum Buch beisteuerte, das ganze Konzept oblag ihrer Verantwortung. „Das Buch besteht aus drei Teilen", erklärt sie. Der erste Teil sei ein Abriss über die Geschichte der Stadt. Hier wären Fakten und Bilder zusammengetragen worden, kleine Texte geben Erläuterungen über die verschiedenen Sachverhalte. Im zweiten Teil finde man wissenschaftliche Abhandlungen, die für das Buch aufbereitet wurden. „Sie finden hier die neuesten Erkenntnisse der bauarchäologischen Untersuchungen und viele andere interessante Aufsätze", so Brückner. Aber auch Erinnerungen von Bürgern seien enthalten. Sie beschreiben beispielsweise ihre Eindrücke, welche sie zur Wendezeit in Tangermünde gehabt haben. Es gebe darüber hinaus Berichte von Tangermündern, welche in Westdeutschland lebten und nach der Wende wieder nach Tangermünde kamen. Der dritte Teil widme sich den ansässigen Firmen, die durchaus maßgeblich das Bild der Stadt geprägt haben, erklärt die studierte Bibliothekarin. „Wirtschaftsgeschichte im weiteren Sinne", fasst sie den Bereich zusammen. Stolz sei sie auf die 23 mitwirkenden Autoren, welche sie kontaktiert und gebeten habe, ihren Teil zu dem Buche beizutragen. „Alle haben es sehr gern getan", fügte sie hinzu. Die Fotos kommen vom Fotografen Janos Stekovics, der gleichzeitig der Verleger des Buches sei. „Er hat schon einige Literatur über Sachsen-Anhalt verlegt und kennt sich gut in Tangermünde aus", so Brückner. Aufgelockert werde die eher fachliche Schrift durch Zitate und Gedichte von Schreibern aus Tangermünde und von Werken über Tangermünde. Gedichte von Wolfgang Eschker und seinem Werk „Bilder aus der Alten Mark" sowie natürlich Zitate Fontanes seien enthalten. Mehr als 500 Seiten seien es geworden und sie habe das Gefühl, sie könnte noch einen zweiten Teil verfassen, berichtet die Herausgeberin. „Wer sich damit beschäftigt und immer tiefer in die Materie eindringt, kommt auch immer auf neue Ideen", erklärt sie. Auch seien viele Themenkomplexe nur angeschnitten worden, da man einfach nicht den Platz ' hatte, alles im Buch zu integrieren. „Schade, aber irgendwo muss man ja die Grenze ziehen. Das Buch wurde so schon fast einhundert Seiten dicker als geplant", staunt. Brückner.  Zu kaufen ist das Buch, welches zunächst in einer 3000 Exemplare umfassenden Auflage erschien, in allen Büchereien in Tangermünde. Mehr " als 1200-mal wurde es bereits gekauft. Das Buch kostet 24,80 Euro, was gerade zur Kostendeckung genüge. „Wir wollen . damit nicht reich werden, sondern es geht um ein Geburtstagsgeschenk der Stadt an sich selbst", schmunzelt Sigrid .' Brückner.

Erntete viel Lob für ihre zweijährige Arbeit: Sigrid Brückner  Foto: ssi

 

Bestellung über:

Stadt Tangermünde – Stadtarchiv
Arneburger Straße 94, 39590 Tangermünde

Tel: 039322 - 4 21 50, Fax: 039322 - 4 21 51

Email: info@tangermuende1000.de



03. Januar 2009

Sondermarke 1000 Jahre Tangermünde

Ansturm im alten Rathaus auf die Ersttagsbriefe reißt nicht ab

Mit einer Sonderbriefmarke würdigt die Deutsche Post das 1000-jährige Jubiläum der Burg Tangermünde. Gestern war ihr erster Erscheinungstag. Die Resonanz auf die Marke und den dazugehörigen Ersttagsbrief mit Sonderstempel war enorm.

Von Rudi-Michael Wienecke

Tangermünde. Als gestern pünktlich um 9 Uhr die Mitarbeiter des mobilen Postamtes im historischen Tangermünder Rathaus ihren Schalter öffneten, reichte die Schlange der Wartenden bereits bis in den Vorraum. Noch in den Mittagsstunden dauerte das Gedränge an. Innerhalb weniger Stunden wurden mit dem Sonderstempel bereits tausend Ersttagsbriefe geprägt. Dass es den Sonderstempel, er kam nur gestern zum Einsatz, überhaupt gibt, ist den Mitgliedern des Philatelistenvereins „Stendaler Roland" um den Vorsitzenden Helge Schinkel zu verdanken. Sie bemühten sich wochenlang um die alles andere als einfache und kostengünstige Genehmigung. Auch der dazugehörige Sonderumschlag, der die Ausstattung eines Ersttagsbriefes komplettiert, wurde von den Mitgliedern des Philatelistenvereins der Kreisstadt aufgelegt. „Wir taten das gern", so Schinkel. Schließlich gebe es in Tangermünde keinen Zusammenschluss dieser Art und die Sammler dieser Stadt seien Mitglieder im Verein „Stendaler Roland". Einer der ersten Besitzer des Ersttagsbriefes war Dietrich Ecklebe. Für den Vorsitzenden des Landesverbandes der Philatelisten Sachsen-Anhalt steht fest: Die Marke mit der Tangermünder Burg und der Elbeniederung als Motiv „ist nicht nur gelungen, sie ist exquisit. " Ecklebe bescheinigt dem Werk durchaus gute Chancen innerhalb eines Bundeswettbewerbs um die schönste Marke Deutschlands. Nach Angaben von Ecklebe wird diese Marke acht Millionen Mal aufgelegt. „Eine bessere Werbung gibt es nicht für Tangermünde", verspricht er. Schließlich werden Briefe weltweit verschickt und so wird in den kommenden Wochen und Monaten das kleine Städtchen mit der 1000-jährigen Burg inmitten der Elbeniederung auch weltweit bekannt.

Eine Erinnerung an das Stadtjubiläum

Die nationale Briefmarkenszene gab sich dagegen bereits gestern im Tangermünder Rathaus die Klinke in die Hand. Schinkel und Ecklebe begrüßten unter anderem Sammlerfreunde aus Magdeburg, dem Harz, Hamburg und Hildesheim. Dass die eingefleischten Sammler allerdings gestern die Masse der Interessenten vor dem Schalter des Sonderpostamtes stellte, bezweifelt der Philatelist. Viele Tagestouristen und vor allem Einheimische hätten die Gunst der Stunde genutzt, schätz er ein. Für sie sei der Ersttagsbrief eben eine schöne Erinnerung an das Stadtjubiläum. Denn wer sich gestern nur aus rein spekulativen Gründen in die Schlange der Wartenden einreihte, habe schlechte Karten. Einen großen Wertzuwachs prophezeit Ecklebe dem Ersttagsbrief derzeit nicht. „Das Sammeln von Briefmarken ist ein Hobby an dem man sich erfreut und das bildet. Geld verdienen kann man - wie im Falle anderer Hobbys eben auch - damit kaum", so der Fachmann.

Ersttagsbrief mit Sonderbriefmarke